Die Geschichte zum Stück

Die Geschichte zum Stück

Das Stück „Die Karrner“ wurde gerade bei den „Tiroler Volksschauspielen“ in Telfs uraufgeführt, als eine 80 Jahre alte Frau aus dem unteren Vinschgau auf mich zukam und mir eine Geschichte anvertraute, die sie Jahre lang mit sich herum getragen hatte. Ihr Großvater hatte ihr auf dem Sterbebett ein Skript in die Hände gedrückt und ihr das Versprechen abverlangt, dafür zu sorgen, dass diese Geschichte einmal auf eine Bühne kommt, damit möglichst viele Menschen davon erfahren.

Viele Jahre ihres Lebens hatte die Frau danach Ausschau gehalten, jemanden zu finden, dem sie den Stoff anvertrauen konnte, um dem letzten Willen ihres Großvaters zu entsprechen. Dann hörte sie von den Aufführungen der „Karrner“ in Telfs und kam zu mir.

Es war eine Begegnung, die ich sicher nie vergessen werde, als sie mich bat, das Skript ihres Großvaters zu lesen und mich mit dem Stoff vertraut zu machen. Wie die Frau mir erzählte, entstammte ihr Großvater der Familie, die in den Ereignissen des Stückes „Die Verfolgten“ eine besondere Rolle spielt.

Ich habe mich mit dem Stoff auseinandergesetzt und das Skript des Großvaters gelesen. Die Geschichte hat mich von allem Anfang an gepackt, und ich hab beschlossen, das Stück völlig neu zu erarbeiten. Doch es vergingen Jahre, bis ich das Projekt wieder in die Hand nehmen konnte, nachdem sich eine Uraufführung bei den SchlossFestSpielen abzuzeichnen begann.

Im Gespräch mit Dr. Paul Rösch, dem Bürgermeister von Meran, kamen wir auf die für 2017 geplante Ausstellung auf Schloss Tirol zu sprechen. Ich erzählte ihm von meiner Begegnung mit der Frau und den tragischen Ereignissen im Vinschgau des 18./19. Jahrhunderts.

 

Von dem Moment an ging alles sehr rasch. Dr. Andergassen, der amtierende Direktor von Schloss Tirol, las das Treatment und sprach sich für eine Uraufführung auf dem Schloss aus. Dr. Erich Ratschiller, Bürgermeister von Dorf Tirol, unterstützte das Vorhaben von Anfang an und übernahm den Ehrenschutz. Dann kam Sarah Ratschiller als Kordinatorin und Manfred Schweigkofler als Regisseur dazu, Markus Gamper aus dem Vinschgau und Paul De Bastiani vom Theaterbezirk Burggrafenamt.

 

Die 80 jährige Frau, die zu mir gekommen war, ist inzwischen verstorben. Doch die Geschichte ihrer Vorfahren, die sie mir anvertraut hatte, wird leben, davon bin ich überzeugt. Der Moment, in dem sie mir die Texte überreichte, bleibt unvergessen. Sie hatte mir ein Vermächtnis anvertraut und war offensichtlich gewiss, dass das Versprechen, das sie ihrem Großvater gegeben hatte, von nun an eingelöst werden kann. Jetzt hoffe ich, dass die Zeit dafür gekommen ist und danke bereits im Voraus jedem, der dabei mithilft.